GRENZLANDGRÜN✂SCHNITT
Samstag, 10. Januar 2026
Reglosglück
»Der Januar darf alles, muss aber nichts. Wo sonst haben wir diesen Luxus noch?
[… ] Im Januar ist der Erwartungsdruck so tief wie nie: Man kann einfach die Türe zulassen, sich einigeln, ein gutes Buch lesen.«
Ein Lob dem Januar. NZZ vom 6. Januar 2026
»Jetzt gilt es, nur nicht in die Falle der guten Vorsätze zu tappen, die das neue Jahr schon vom ersten Tag zum Scheitern verurteilen. […] Jetzt ist nicht die Zeit für große Vorsätze und Veränderungen. […] Stattdessen empfehle ich eine Zeit des strategischen Stillstands, bis sich die ersten Krokusse zeigen. Erst wenn der Saft in die Bäume einschießt und die Tage merklich länger und wärmer und werden, ist es Zeit für Veränderung – und diese wird kraftvoll und besonnen sein dank der Ruhepause die man sich gegönnt hat. […] Lassen Sie es nicht „zu wenig“ oder „zu viel“, sondern einfach mal „genug“ sein. […] Strategischer Stillstand für die kommenden Wochen heißt: Nicht optimieren, nicht verbessern, nicht dramatisieren. Beobachten, was passiert, wenn man den Druck herausnimmt.«
Elke Naters: Mit dieser Methode steigern Sie binnen Sekunden Ihr Lebensglück. DIE WELT vom 7. Januar 2026
»Jedenfalls zeugt die die inflationäre Verwendung des Verlegenheitsadjektivs „komplex“ davon, dass uns die Begriffe fehlen, um die gegenwärtigen Zusammenhänge sinnhaft zu beschreiben.«
Simon Strauss: Wir kommen nicht davon. FAZ vom 8. Januar 2026
»Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Kriege?
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.«
Erich Kästner: Der Januar. 1955
Samstag, 3. Januar 2026
Mikrowürde
»Zu meinen guten Vorsätzen für 2026 gehört, mehr Aufmerksamkeit auf das Kleine zu richten – auf das, was wir im Alltag leicht übersehen. […] Der Blick ins Kleine stellt die Überlegenheit des Menschen infrage. […] Wer sich im Detail mit dem Aufbau von Lebewesen und ihren Zellen beschäftigt, bekommt schnell die Gewissheit, dass der Mensch gar nichts völlig Herausragendes ist. Die Zellen von verschiedenartigen Lebewesen – seien es Menschen, Tiere, Pflanzen, Einzeller oder auch Bakterien – und deren zelluläre Prozesse, Gene und Proteine sehen sich erstaunlich ähnlich und funktionieren nach denselben Prinzipien.
Gerade deshalb lohnt es sich, den Blick zu üben – weg vom Großen und hin zum Kleinen. Wer einmal Leben etwa in einem Tropfen Wasser untersucht oder Gene verschiedener Lebewesen miteinander verglichen hat, begreift den Menschen nur als einen Bestandteil, aber nicht als das Zentrum eines erstaunlich komplexen biologischen Systems – eine Voraussetzung, um der Welt mit Staunen und Respekt zu begegnen und mit Vorsicht verantwortungsvoll zu handeln.«
Petra Bauer: Weg vom Großen, hin zum Kleinen. Rheinische Post vom 31. Dezember 2025
Wer ins Kleine schaut, verliert die Krone – und gewinnt Verwandtschaft.
»Größe ist kein Qualitätsmerkmal, denn in meinem Boden wohnen viele Welten. Wenn Ihr dazugehören wollt, fangt unten an. Wir sind schon da.«
Regenwurm auf Grenzlandgrün
»Es gibt quasi keine Daten zu Regenwürmern im Wald. Dabei ist es die wichtigste Tierart.«
Dominik Landerer (Forstamt der Stadt Landsberg am Lech) am 21. Juni 2024 im Bayerischen Rundfunk

